Schwul in Tower Hamlets


FOTO: Propalästinensische Demonstranten besetzen einen Bus vor der israelischen Botschaft in London

22.07.2014

LONDON – Die Islamische Republik von Tower Hamlets

In Tower Hamlets, einem der am meisten durchmischten Stadtteile Londons, wehte schon immer ein etwas rauherer Wind. In Tower Hamlets leben heute mehr Bengalen (32 Prozent) als „White British“ (31 Prozent) – und die Einwanderer stellen nicht nur die demographische Landkarte auf den Kopf. Im Laufe der vergangenen dreißig Jahre machten die Bengalen den Stadtteil zu einer Hochburg des Islam. Laut einer offiziellen Statistik aus dem Jahr 2011 bekennen sich 35 Prozent der Bewohner zum Propheten Mohammed. In Tower Hamlets, das mit gut 270.000 Einwohnern die Größe Wiesbadens hat, stehen heute mehr als fünfzig Moscheen. Ihren folgenreichsten Siegeszug traten die Bengalen in der Politik an. Von den 45 Stadträten, die heute den Bezirk regieren, stammen 25 aus Bangladesch. Bürgermeister Lutfur Rahman wurde im Mai wiedergewählt – erstmals direkt vom Volk.

Seine siegreiche „Tower Hamlets First Party“ zog mit 18 Kandidaten ein – genauer: mit 17 Männern und einer Frau, die ohne Ausnahme bengalischen Hintergrund haben. Manchmal fühlen sie sich so sehr unter sich, dass sie das Englische vergessen und im Stadtrat auf Bengalisch debattieren. Schwule Stadträte wurden von ihnen schon als „Poofter“, als Schwuchteln, beschimpft, höhnisch als „Misses“ angeredet oder mit Tierlauten konfrontiert. In der Empfangshalle des Stadthauses lagen zwischenzeitlich CDs des Hasspredigers Abdur Raheem Green aus. (…) Umso stärker ist die Präsenz, wo es um die Verteidigung der muslimischen Brüder und Schwestern geht, etwa am Sonntag, als Zehntausende in London gegen Israels Militäroffensive im Gazastreifen protestierten.

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“Gays & Muslims UNITE! Stop the EDL”.
“Stop EDL & far right Islamists. No to ALL hate”

Tower Hamlets Islam

Mit diesen Parolen gingen diese beiden Aktivisten zu einer Demo gegen die English Defence League, zu der Linke und muslimische Gruppen im Stadtteil Tower Hamlets aufgerufen hatten. Die Reaktionen des eigenartigen Antifa-Bündnisses entsprachen den Erwartungen und sind hier nachzulesen: Muslime wollten nicht mit Schwulen in Verbindung gebracht werden und Linke wollten nichts gegen Islamisten gesagt haben.

We got dirty looks from a small number of left-wing and LGBT anti-EDL protesters, some of whom said explicitly that our placards were “insensitive…provocative…inappropriate…divisive” and that I am “racist…fascist…anti-Muslim.” There was also hostility from a minority of Muslims who were part of the anti-EDL demonstration, including attempts to snatch and rip my placard. These fanatics mostly objected to the slogan: “Gays & Muslims UNITE! Stop the EDL”. I was surrounded several times throughout the day by angry Muslim youths who ordered me: “You must remove this placard…You can’t walk here with these words…We don’t allow gays in this area…Gays are not permitted here…We don’t have gays in Tower Hamlets.”

Die beiden Aktivisten mussten jederzeit damit rechnen, geschlagen zu werden. So würde die Sache auch in D-Land ausgehen.

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